#AlsSchulleiterdurchsJahr – KW 08
Montag
Wir scheinen tatsächlich über den Berg, die Krankenstandsflut sinkt. Allerdings hat es jetzt den Stellvertreter erwischt. Die Vertretungsplanung lässt er sich trotzdem nicht aus der Hand nehmen. Vielleicht aus Angst, dass ich ihm zu viele Fehler einbaue, die er hinterher reparieren muss.
Ansonsten habe ich weiter an der Prognose-Statistik gebastelt, aber angesichts noch offener Versetzungsanträge und Teilzeit-Anträge scheint das gerade eher wie Glaskugel-Wahrsagerei.
Vorhaben der Woche: Ein wenig auf die Bremse treten. Nach Übertragung aller Stunden in das neue Zeiterfassungs-Tool zeigten sich genug Überstunden, um wieder heimzugehen. Und die zwei Fortbildungstage Ende Februar kommen ja noch.
Dienstag
Papierkram zum Morgenkaffee, anschließend der letzte Unterrichtsbesuch der Anwärterin. Alle Teilnehmenden sind sich einig: Sie ist bereit für die Prüfung.
Nachmittags Politik in der 9a. Die Erlaubnis, es sich im vierten Unterrichtsblock bei der Arbeit gemütlich zu machen, führte zu drei mitgebrachten Portionen Pommes. Dass dann eine vierte für mich dazugehört, lernen sie noch.
Sie haben aber gearbeitet, das ist für mich das Entscheidende.
Mittwoch
Am Vormittag zu Gast beim Netzwerktreffen der ausgezeichneten Demokratieschulen. Erkenntnis: Woanders wird auch nur mit Wasser gekocht.
Anschließend in die Behörde für eine Vorbesprechung mit der Fachberaterin für Unterrichtsqualität zum Pädagogischen Tag Ende Februar.
Zurück im Büro endlich die Prognose-Statistik abgeschickt.Fun Fact: Es benötigt zwei zusätzliche Antragsformulare, um einen Teilzeit-Antrag zurückzuziehen, selbst wenn dieser noch unbearbeitet auf dem Schreibtisch der Personalsachbearbeiterin liegt. Es geht um 3,5 Stunden.
Donnerstag
Ein schöner Start in den Tag: In der Klassenstunde am Morgen wurden in der Aula vom Landrat die Urkunden zur Spendensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge überreicht.
Weniger schön: Für die kommenden Wochen sind heute zwei weitere Ordnungsmaßnahmen-Konferenzen hinzugekommen. Damit haben wir demnächst vier Konferenzen, in denen es um nichts anderes als um den bei einigen Schülern immer weiter fortschreitenden Verlust an ganz grundsätzlichen Verhaltensregeln geht.
Im dritten Block Politik in der 10e. Eine halbe Stunde harte Arbeit, um den müden Haufen zu wecken, danach hat’s richtig Spaß gemacht.
Freitag
Auf die Statistik folgten heute die Stellenwünsche an die Behörde. Wie ein Weihnachts-Wunschzettel im Februar. Wahrscheinlich mit ähnlichem Erfolg.
Ansonsten einiges an Schreibtisch-Kleinkram; um 11:00 Uhr aus privaten Gründen ausnahmsweise früher Feierabend.
Samstag
Heute war „Schnuppertag“ für die Grundschüler, unser Tag der offenen Tür.
Um 08:00 Uhr schon war der Hausmeister da, um rund ums Schulgebäude Müll zu sammeln, der aus dem geschmolzenen Schnee aufgetaucht war, wenig später kamen die Kollegen, die einen Workshop anboten, die Schülerpaten aus den 9. Klassen und die Band – alle freiwillig und für ihre Schule. Von den Bandmitgliedern hatte eines sogar Geburtstag.
Bevor auch nur ein Grundschüler ankam, war ich schon glücklich!
Der dann insgesamt gelungene Schnuppertag war ein versöhnlicher Abschluss einer ansonsten mehr als durchwachsenen Woche.
