#AlsSchulleiterdurchsJahr – KW 04
Montag
Am Morgen etwas später los, da ich die heutigen Zeugnisse ja schon am Wochenende überflogen hatte.
Im zweiten Block ein Unterrichtsbesuch mit anschließender Nachbesprechung. Bin skeptisch.
Nachmittags die erste Runde Zeugniskonferenzen, danach zum ersten Mal seit erinnerbaren Zeiten ohne Zeugnisse zu drucken losgefahren und noch im Hellen daheim gewesen.
Dienstag
Gleich in der Früh ein Elterngespräch mit einem absenten Schüler, der zwischen Mutter und Vater saß und klar zu verstehen gab, dass er nicht wieder zur Schule gehen würde, bis nicht bestimmte Dinge wieder nach seiner Vorstellung laufen würden. Begriffe wie Schulpflicht, Sorgerecht oder ähnliche Belanglosigkeiten berührten ihn dabei nur unwesentlich. Die Eltern und ich brachen das Gespräch nach einer Weile in schönster Einigkeit ab.
Anschließend Papierkram, Mailkram und Telefonkram.
Am Nachmittag Zeugniskonferenzen des 6. Jahrgangs, ebenso reibungslos und erfreulich wie die gestrigen.
Direkt im Anschluss ein BEM-Gespräch, dann trotz vollem Kopf und vollem Schreibtisch heimgefahren.
Mittwoch
Gleich morgens die gestern beschlossenen Zeugnisse und weitere Unterlagen gedruckt, danach die ersten bereits von den Klassenleitungen unterschriebenen Exemplare von vorgestern aus der Postmappe geholt. Mich wieder gefreut, mir zum 50. eine leserlichere Unterschrift geschenkt zu haben.
Unterricht mit Halbjahres-Feedback in der 10.; warum nur geht den Schülern in den letzten Stunden des Halbjahres immer die Puste aus?
Nachmittags Zeugniskonferenzen Jahrgang 7, heute gleich im Anschluss gedruckt und in die Ablage gesteckt.
In der abendlichen Ruhe kam ich dann endlich zu einer längst fälligen Recherche zum Zusammenspiel von Schwerbehinderung, Teilzeit und Altersteilzeit. Fazit: Bei geschickter Planung gibt es sechs Stunden zum Preis von drei.
Donnerstag
Am frühen Morgen einen abgesprochenen Versetzungsantrag bewilligt, anschließend zwei Entschuldigungs-Mails an verschiedene Stellen der übergeordneten Behörde geschickt, nachdem sich Kolleginnen entgegen deutlicher Hinweise mit ihren Anliegen direkt an diese gewandt hatten.
Um 07:40 Uhr eigentlich schon keine Lust mehr.
Den Rest des Vormittags viel Papierkram und ausführliches Studium des Schulverwaltungsblatts. Nicht, dass ich das besonders spannend fände, aber dort veröffentlichte Erlasse haben immer etwas von diesen „Fehlersuchbildern“ – mit dem alten Erlass daneben sucht man nach den wesentlichen Änderungen.
Nachmittags zwei Zeugniskonferenzen der 8. Klassen, die letzten beiden übernahm spontan mein Stellvertreter, damit ich zur Uni-Abschlussfeier des Sohnes fahren konnte.
Freitag
Mit dem ersten Becher Kaffee die gestrigen Zeugnisse gedruckt und die vorgestrigen unterschrieben. (Aufgrund der allen Schulleitungen bekannten Sicherheits-Regel, dass beim Unterschreiben von Zeugnissen Getränke und Lebensmittel jeglicher Art mindestens anderthalb Armlängen entfernt stehen, anschließend den kalten Kaffee weggeschüttet.)
Erneut ein Elterngespräch bezüglich einer absenten Schülerin, erneut sind alle Beteiligten guten Willens, erneut liegt die Lösung wohl außerhalb der Schule und innerhalb des Mädchens.
Einen Teil des Tages mit Grübeleien über die Absage des Schulballs verbracht. Es hatten sich nur zwei Kolleginnen als Aufsicht über den gesamten Abend finden lassen. Und obwohl mein Stellvertreter und ich anwesend sein würden, kann es das doch nicht sein.
Das Thema Identifikation ist meiner Erfahrung nach allzu oft nicht bloß eines der Schüler.
Ohne Zeugniskonferenzen heute mit einem vollständig weitgehend ziemlich aufgeräumten Schreibtisch in den Feierabend gefahren.
Einziges Manko dabei: Ich habe das Fahrradfahren in dieser Woche wieder aufgegeben. In diesem Jahr kämpfe ich irgendwie stärker mit der Kälte als bisher.
