Allgemein,  Unterricht

Wochenende, 18.

Die erste Schulwoche ist vorbei. Die Zehntklässler sind erst seit vier Tagen wieder da und mir kommt es vor, als seien es vierzehn gewesen.

Montag
Bekanntgabe der Hygieneregeln in drei Teilgruppen und Sammeln von Eindrücken und Sorgen der Schüler. Bin froh, dass alle da sind, auch die Stimmung scheint überwiegend gut.
Ein paar haben Sorgen um ihren Abschluss, da kann man beruhigen.
Vielfach genannt aber auch Sorgen um die Ansteckung Familienangehöriger, da kann man nur an die Einhaltung der Regeln appellieren, aber beruhigen? Kaum, wir Lehrkräfte haben doch die gleichen Sorgen.

Dienstag
Das Ganze noch einmal, denn jetzt kommt die Gruppe 2 aus allen Klassen.
Nachmittags Kontrolle der Aufgaben im Fernunterricht der anderen Klassen, insgesamt damit Unterricht bis 17:00 Uhr.

Mittwoch
Der Unterricht nimmt Fahrt auf, das Zusammenspiel mit meiner Kollegin klappt wie früher, nur die Spontaneität vor der Tafel wird immer wieder durch den Mindestabstand eingeschränkt.
Anstrengend sind all die vermeintlichen Kleinigkeiten einer Unterrichtsstunde, die plötzlich nicht mehr so nebenbei laufen. Kopien austeilen? Erst Hände waschen. Einen vergessenen Stift ersetzen? Nicht ohne vorherige Desinfektion. Und Hände waschen? Zuerst einen sicheren Weg zwischen den Schülern hindurch bahnen, Maske nicht vergessen.
Überhaupt die Maske: Einen ganzen Vormittag lang nur schwer erträglich, andauerndes Auf- und Absetzen aber ja auch nicht sinnvoll.

Donnerstag
Alles viermal (bzw. mit der Vertretung einer weiteren Klasse dann sogar sechsmal) zu machen, führt zu zunehmender Verwirrung bei mir.
Obwohl ich Tafelbilder abfotografiere und in OneNote bei meiner Stundenplanung speichere, weiß ich irgendwann nicht mehr, welche Details ich mit welcher Gruppe schon besprochen habe. Ich finde ja parallelen Unterricht manchmal schon verwirrend…
Heute auf Seiten der Schüler kaum noch Masken außerhalb der Pausen, der eine oder andere muss auch in den Pausen schon ermahnt werden. Insgesamt aber alles noch gut, sind allerdings auch Zehntklässler.


Im Soll auf dem persönlichen Belastungs-Konto:

  • Vier Tage, die mit der Frühaufsicht um 07:15 Uhr beginnen und mit der Busaufsicht um 13:30 Uhr enden. Dazwischen kein Verschnaufen, denn auch die Pausen bedeuten Aufsicht auf dem Hof.
  • Zusätzlich der Fernunterricht am Nachmittag. Obwohl ich meinen anderen Lerngruppen nur Langzeit-Aufgaben gegeben habe, gibt es doch immer noch reichlich E-Mails mit Fragen und genug zu tun.
  • Noch immer viele Fragen der Kolleginnen und Kollegen zur neu eingerichteten Lernplattform, aber jede hat ja ihre Berechtigung. Wir lernen gerade alle gemeinsam in dem kalten Wasser schwimmen, in das diese Situation uns geschmissen hat.
  • Planungs-Besprechungen im Schulleitungsteam, in denen man feststellt, dass man gar nicht viel planen kann. Ich würde gerne wie sonst um diese Jahreszeit die Abschlussprüfungen vorbereiten, aber bei vielen Dinge denke ich doch: “Na, warten wir erst einmal die nächste Woche ab.”

Auf der Haben-Seite zu verbuchen:

  • Der Unterricht mit den kleinen Teilgruppen ist unheimlich ergiebig und macht wirklich Spaß. Endlich kommen auch Schülerinnen und Schüler zu Wort, von denen man sonst kaum etwas hört.
  • Die Fußballspiele im großen Kreis in den Pausen. Immerhin ein wenig Bewegung, gerade für die Jungs.
  • Die Kolleginnen und Kollegen halten zusammen, keiner meckert über die Situation, obwohl alle erschöpft sind.
  • Die Schülerinnen und Schüler wieder zu sehen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.