Allgemein,  Klassenleitung

Wochenende, 28.

Dies ist hoffentlich das Ende meiner persönlichen kleinen #Coronachronik.
Nach den Ferien plant auch mein Bundesland, wie die meisten, in den Regelbetrieb zurückzukehren.
Auch dann wird Schule für lange Zeit nicht so sein wie früher, aber vielleicht wieder ein wenig so aussehen und zu organisieren sein.

Diese letzte volle Woche vor den Ferien bestand für mich wie die letzten Jahre auch aus Abschluss und Neubeginn.

Zeugniskonferenzen sind vollbracht; ich finde ja, sie sind von den Kollegen immer besser vorbereitet und durchgeführt – wenn auf dem Zeugnis fehlende Doppelnamen das letzte Problem sind, haben wir keines.
Aber: Auch gute Zeugniskonferenzen kosten mich Kraft. Ich bin nach 24 Konferenzen, auch unter Corona-Bedingungen (=verkürzte Dauer), vollkommen geschlaucht. Es heißt halt doch 24 mal volle Konzentration und Aufmerksamkeit; und wenn alle weg sind, werden noch Zeugnisse gedruckt.

Wie jedes Jahr für mich mal ausgerechnet, was die Konferenzen “kosten”: Von der Vorbereitung der Schülerdaten im Programm, über die Begleitung der Konferenzen, bis zum Druck aller Zeugnisse und Beiblätter waren es auch in diesem Jahr fast 30 Stunden Mehraufwand.
Die Müdigkeit an diesem Wochenende ist verdient.

Noch ein bisschen Unterricht gehabt. Viel ist es nicht mehr, viel ist da auch nicht mehr passiert, weil von der halben Gruppe nur die Hälfte da war. Kleine Klassen sind ja schön, aber mit weniger als fünf Schülern macht es dann auch nicht mehr viel Sinn.
Bin mir aber auch in diesem Jahr treu geblieben und habe keine Filme geguckt! (Finde es gerade in diesem Halbjahr auch problematisch, wenn Kollegen diese “Tradition” aufrecht erhalten. Da redet alle Welt über versäumten Stoff, und dafür ist Zeit?)

Gegenüber dem Stundenplanungs-Team ein paar Einwände gegen die Stundenverteilung des neuen Jahres vorgebracht – das Problem hatte sich dann aber schon während meiner Mail gelöst, weil erfreulicherweise auch die zur Risikogruppe gehörenden Lehrkräfte nach den Ferien wiederkommen wollen.

Alle Unterlagen und Materialien zur IT-Betreuung an unserer Schule endlich an meinen Nachfolger übergeben und mich beim Schulträger und den Support-Dienstleistern verabschiedet. Nächste Woche erfahren es dann auch die Kollegen offiziell.

Begonnen, meinen neuen Klassenraum einzurichten.
Noch kann ich mich nicht entscheiden, ob ich auf das von mir geliebte U verzichte und gleich mit Tischgruppen starte.
Vermutlich wird am Ende die Architektur entscheiden.

Wie ich den Differenzierungsraum nutze, der direkt mit meinem Klassenraum verbunden ist, habe ich auch noch nicht ganz entschieden.

Ansonsten in diesen Wochen eher gescheitert: Das neue Jahrgangsteam 5 wollte projektorientierter arbeiten und einen Themen-/Projekttag einrichten.
Ich habe zu lange gebraucht, um zu erkennen, dass der gewünschte und notwendige Stundeneinsatz des Teams insgesamt so etwas gar nicht ermöglicht. Die ganze Zeit habe ich verschiedene Modelle durchgespielt und den Haken gesucht, aber den eigentlichen Knackpunkt nicht erkannt.
Jetzt ist es zu spät, und ich frage mich, wo ich hätte aufmerksamer sein müssen, oder ob ich den Prozess unglücklich moderiert habe.

Auch ein Konzept für Blended Learning im nächsten Schuljahr will mir einfach nicht aus der Feder.
Abgesehen davon, dass nicht klar ist, inwieweit Fernunterricht im kommenden Schuljahr überhaupt noch zum Tragen kommt, fühle ich mich gerade überfordert, die verschiedenen didaktischen Herangehensweisen, Tools und Wünsche und Möglichkeiten des Kollegiums in Einklang zu bringen.
Und auch hier die Frage, ob ich schon vor viel zu langer Zeit versäumt habe, für Fortbildungen zu sorgen und in den Fachkonferenzen Pflöcke einer Digitaldidaktik einzuschlagen.

Das sind dann so Zeiten, in denen ich an das Impostor-Syndrom denken muss – manchmal glaube ich wirklich insgeheim, nicht der Richtige in meinem Job zu sein und diesen gar nicht verdient zu haben.

Vielleicht bin ich aber auch einfach nur reif für Ferien.

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