Wochenende, 22.

Eine Woche zum Umtauschen.

Im Jahrgangsteam gleich zu Beginn der Woche schon wieder viel zu viel geredet und mich anschließend über mich geärgert.

Generell in dieser Woche auch im Unterricht schon wieder zu viel selber geredet und erklärt. Daraufhin drei Stunden für die nächste Woche umgeplant und mir einen Maulkorb verpasst.
Irgendwie habe ich gerade das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen und mir Lern-Umwege und -Irrwege mit den Schülern gerade nicht erlauben zu können. Vielleicht dem bisherigen Wechselunterricht geschuldet, aber trotzdem scheiße.

Unterricht in einigen Klassen ist gerade sehr anstrengend. Bei den Jüngeren ist es manchmal wieder wie kurz nach den Sommerferien.
Etliche Schüler müssen neu lernen, dass sie nicht alleine sind, sich wieder auf die ganze Lerngruppe einlassen und ihre Rolle darin wiederfinden.
In den Wochen des Distanzlernens sind viele zu Einzelkämpfern geworden, in den Wochen des Wechselunterrichts haben sich dann die Kleingruppen miteinander arrangiert und die Rollen neu verteilt.
Nun sind auf einmal wieder alle nur eine oder einer unter vielen.
Viele halten gar keinen ganzen Schultag mehr durch. Bei Müdigkeit oder fehlender Motivation einfach abschalten und YouTube gucken geht jetzt halt nicht mehr.

Und was war nochmal dieses Corona?
In einer Welle der Lockerungen außerhalb und innerhalb von Schule sind plötzlich wieder Sachen möglich, die vor einem Jahr – mit besseren Inzidenzwerten, by the way – undenkbar waren.
Ergebnis: Verhaltensweisen, als gäb’s kein Morgen.
Man diskutiert auf einmal sogar wieder mit Kollegen über Masken, das Betretungsverbot interessiert einige Besucher gar nicht mehr, sodass man plötzlich Handwerkern, Eltern oder Paketzustellern mitten im Flur gegenüber steht und tatsächlich erklären muss, warum man sie wieder rausschickt, und das Wort „Mindestabstand“ ist einigen Schülern auf einmal ebenso fremd wie ihre Englisch- oder Französisch-Vokabeln.
Der Stein des Sisyphos ist manchmal nichts dagegen, an den gesunden Menschenverstand seiner Mitmenschen zu appellieren.

Erledigt:

  • Jahrgangsteam-Besprechung
  • Abschlussprüfungen der Nachschreiber gedruckt
  • Schulleitungs-Jour-fixe
  • Besprechungen über Korrekturfragen zur Abschlussarbeit
  • Längere Elterngespräche wegen schöner und unschöner Vorfälle
  • Einige „Hast-du-mal-eine-Minute-Gespräche“
  • 22 Stunden Unterricht vorbereitet und gehalten

Insgesamt auf der Uhr: 43,5 Stunden

Aber jetzt ist Wochenende!

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