Wochenende, 20.

Der Plan war eine entspanntere Woche. Naja…

Highlight der Woche:
In Geschichte Klasse 5 zum Thema Ägypten seit Längerem mal wieder mit ThingLink gearbeitet.
Mit einem Klassensatz iPads ist das ja etwas ganz anderes als früher und macht richtig Spaß.
Die Schülerinnen und Schüler sollten ein Foto der Pyramiden von Gizeh mit Texten, Links und Videos zu den drei Pyramiden untersuchen und so einen eigenen Steckbrief zu einer der Pyramiden vorbereiten.
Alle waren mit Motivation bei der Sache, Umwege gehören zu Beginn natürlich dazu. („Oh, ein Video!“ „Guckt mal, ich habe Niedersachsen auf der Karte gefunden.“)
Aber in der Feedback-Runde („Was war das Interessanteste, was du heute herausgefunden hast?“) waren dann doch viele neue Erkenntnisse dabei.
Ich glaube, ThingLink nehme ich wieder in mein regelmäßigeres Repertoire auf.

Ärgernis der Woche:
in der Vorbereitung der Abschlussarbeiten hat mir zwei Wochen lang eine komplette Kursliste gefehlt und ich habe es nicht bemerkt. Zwei Wochen lang!
Ergebnis: Gestern fehlten zu Prüfungsbeginn natürlich die entsprechenden Tische und Prüfungsarbeiten in der Aula.
Vom Hausmeister angefangen haben dann alle in einer Hauruck-Aktion wunderbar zusammengearbeitet und nach weniger als 20 Minuten war alles gestellt und gedruckt und die Prüfung konnte starten.
Die Prüflinge hat das Ganze glücklicherweise nicht besonders beeindruckt oder aus der Ruhe gebracht, aber ich ärgere mich immer noch – nach Jahren reibungsloser Prüfungsorganisation so ein Fauxpas!
Wohl doch ein Zeichen dafür, dass in einem Jahr wie diesem doch irgendwann die Kapazitäten ausgeschöpft sind. Oder ich werde einfach alt.

Neuerung der Woche:
In meinem Bundesland und Landkreis startet Ende Mai wieder der Regelbetrieb.
Und auch wenn ich das einerseits kritisch sehe, weil nach den mehr oder weniger durchgeimpften Lehrkräften nun die Schülerinnen und Schüler am Ende eines Schuljahres, das ohnehin nicht gut mit ihnen umgegangen ist, das alleinige Risiko tragen, freue ich mich doch über die positiven Aspekte:
Ich werde es genießen, meine ganze Klasse vor den Ferien doch noch einmal komplett zu sehen. Der neu hinzugekommene Schüler kann in die Klassengemeinschaft aufgenommen werden, alle können sich nach über fünf Monaten wiederfinden und wir können dieses Schuljahr dann gemeinsam beschließen.
Für größere Schülerinnen und Schüler mag das anders sein, aber für die meisten Fünftklässler ist Distanzunterricht kein Ersatz.
Und dabei geht es nicht bloß um die Aufgaben, sondern im Wechselunterricht mit täglichem A- und B-Wechsel um eine komplett durcheinandergeratene Struktur. Ich habe aufgegeben, Strichlisten für fehlendes Material oder vergessene Hausaufgaben zu führen. Ich selber habe ja schon die falschen Blätter und sogar Bücher mit zur falschen Gruppe gebracht.
Und ich gebe ganz egoistisch zu: Ich bin erleichtert, wenn ich nicht mehr den Vorbereitungs-Dreiklang aus Aufgaben für Distanzunterricht, Präsenzunterricht und gänzlich befreite Schülerinnen und Schüler zu wuppen habe.

Anekdote der Woche:
Montag fehlte eine Schülerin im Präsenzunterricht ihrer Gruppe, schrieb mich aber im Messenger an, wann denn wieder Unterricht sei.
Auf meine Antwort „Eigentlich heute, wir haben dich vermisst!“ kam dann zurück: „Entschuldigung. Ich komme morgen wieder, aber Sie haben mir auch zu spät Bescheid gesagt!“
Die Entwicklung zur Institution Schule als Dienstleister für Eltern und Schülerschaft ist mal einen eigenen Beitrag wert…

Erledigungen der Woche:

  • Prüfungsräume vorbereitet und Prüfungen Deutsch gedruckt.
  • Noch ein paar Prüfungen gedruckt (ich versuch’s jetzt mit Humor zu nehmen).
  • Umsetzung von Vorgaben aus der Rechtsabteilung zu einem Fall von Maskenbefreiung in meiner Klasse.
  • Unterrichtsbesuch der Referendarin und Nachbesprechung.
  • Ein paar kleinere Besprechungen zu Abschlussfragen und einem Projekt für das nächste Jahr, eine davon sogar mit Kaffee und Kuchen.
  • Ein Elterngespräch über Sinn und Möglichkeiten einer Beantragung einer Schulbegleitung für einen Schüler.
  • Mit der Vorbereitung der Zeugniskonferenzen begonnen, dazu Neuerungen der Versetzungsordnung noch einmal draufgeschafft. Im Programm muss aber glücklicherweise nichts geändert werden.
  • Neue Elternbriefe des Kultusministeriums auf der Homepage eingestellt.
  • 17 Stunden Unterricht gehalten und vorbereitet.

Auf der Uhr: 48,5 Stunden

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