Unterricht

Schrödingers Hybridunterricht

Meine Schule ist bislang erfolgreich durch das in diesem Bundesland so genannte “Szenario A”, nämlich Regelbetrieb mit Präsenzunterricht, gekommen. Es gab keinerlei Ansteckungen zwischen den Schülerinnen und Schülern, und nur einmal eine Woche Quarantäne für eine halbe Klasse nach einer Infektion in zwei Familien.

Für die Szenarien B und C, also einen Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht oder eben reinen Distanzunterricht liegen Konzepte und Rahmenbedingungen vor und alle organisatorischen Pläne in der Schublade.

Und jetzt? Jetzt können die Schülerinnen und Schüler mit einem kleinen Dreizeiler schon ab dem 14.12. vom Präsenzunterricht befreit werden.
Dann gilt aber die Verpflichtung zum Distanzunterricht, während die verbleibenden Klassenkameraden weiterhin am Präsenzunterricht teilnehmen.

Für uns Lehrkräfte beschert das kurz vor den Weihnachtsferien noch einmal das Beste aus allen drei Szenarien: Anstatt des für uns bewährten Präsenzunterrichts oder echtem Hybrid-Unterricht mit all seinen Möglichkeiten, gibt es nun vormittags Unterricht für die einen und nachmittags Unterricht für die anderen.

Und wofür? Den Erfolg dieser Maßnahme schätze ich als verschwindend gering ein.
Die Befreiung vom Präsenzunterricht ist von den Entscheidern sicher richtig als freiwillige Quarantäne der betroffenen Familien gedacht, denn nur so wäre der Gesundheitsschutz von Oma und Opa an Weihnachten ja wirklich gewährleistet.
Leider wird das aber weder so klar kommuniziert, noch scheinen es die Schüler (und Eltern) alle richtig verstanden zu haben.
Und so wird sich fröhlich weiter verabredet, man hat ja jetzt sogar mehr Zeit dafür.

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