Digitales

Let’s get digital

Ab diesem Sommer habe ich seit langem wieder eine eigene Klasse und damit so etwas wie einen eigenen Klassenraum. (Ich mache ja kein Geheimnis daraus, dass ich gerne einmal das Lehrerraum-Prinzip ausprobieren würde.)

Und nachdem mir einer der besten Hausmeister der Welt in den Ferien eine Präsentationsfläche an der Wand geschaffen hat, kann ich endlich verwirklichen, was mir in den letzten Jahren nur mit viel Aufwand möglich gewesen ist: fast vollständig digital zu arbeiten.

Einfach nur eine weiß gemalte Wand…

Bis zu einem fest installierten Beamer wird wohl noch eine Weile vergehen, aber immerhin hat der Overhead-Projektor einer mobilen Beamerlösung Platz gemacht.

Leider platzraubend: mobile Beamer-Lösung

Gleichzeitig ist der Lehrertisch nach hinten (das neue vorne) gewandert und hat zum Umzug einen ausrangierten Laptop samt Lautsprechern von mir geschenkt bekommen. (Die Irritation, dass man auch 2020 noch immer auf private Geräte zurückreifen muss, um so etwas umsetzen zu können, ist nach mehreren Jahren mit solcher Erfahrung auch nur noch eine leichte.)
Jetzt kann ich im Unterricht mit OneNote und Classroomscreen arbeiten und gleichzeitig mein Surface für Dokumentation und anderes nutzen, ohne ständig hin und her wechseln zu müssen.

Lehrertisch mit Laptop und Druckmöglichkeit
Classroomscreen

Die größten Auswirkungen hat diese Umstellung auf meinen Workflow in der Unterrichtsvorbereitung.
Bisher hatte ich ein OneNote-Notizbuch für jedes Fach, das ich im Falle von Team-Teaching einfach geteilt habe, und in dem geplante Stundenverläufe und Materialien festgehalten wurden.

Jetzt brauchte ich ein Notizbuch, in dem ich mit den Kolleginnen und Kollegen gemeinsam planen kann, und von dem ich gleichzeitig Teile als Tafelbild oder ähnliches im Klassenraum nutzen kann.
An dieser Stelle vielleicht zur Einordnung: An meiner Schule gibt es flächendeckendes WLAN, aber (noch) keine mobilen Endgeräte für die Schüler. Ebenso verbietet unser Schulträger (durchaus zu Recht) die Nutzung von Office 365 und damit (dies wiederum leider) auch Kursnotizbücher in OneNote.

Zuerst bin ich hier bei Sascha Sohn fündig geworden, der im Prinzip seine Notizbücher in “Planung” und “Tafelanschrieb” unterteilt.
Hier habe ich mir eine Menge neuer Anregungen geholt; unter anderem, bei der Unterrichtsvorbereitung doch wieder mit der Desktop-App von OneNote zu arbeiten.

Vorbereitung in OneNote

Aber da nicht alle mitplanenden Kolleginnen und Kollegen in ihren Räumen gleichermaßen digital arbeiten können, und nicht zuletzt wegen des ärgerlichen Umstands, dass man in OneNote nur noch ganze Notizbücher und nicht mehr einzelne Seiten/Abschnitte teilen kann, weiche ich von Saschas Vorgehensweise etwas ab.

Ich habe jetzt ein Notizbuch für die (gemeinsame) Vorbereitung und eines für den Unterricht, das ich öffentlich teilen kann. Wenn ich schon digitale Tafelbilder im Unterricht erstelle, möchte ich sie auch den Schülern zur Verfügung stellen können. Jetzt haben Schüler und Eltern jederzeit die Gelegenheit, auf meiner Homepage Einblick in den Unterricht und die bisher erstellten Tafelbilder zu nehmen. Aus meiner Sicht ein großer Vorteil angesichts jederzeit drohenden Fernunterrichts.

OneNote für Tafelbilder und Visualisierungen

Ob sich das in der Praxis alles so bewährt, wird sich zeigen. Aber der nächste für mich konsequente Schritt ist damit getan.

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