Digitales,  Unterricht

Handys in meinem Unterricht? Ja bitte!

Ich beschäftige mich seit meinem Referendariat 2008 mit digitalen (damals “neuen”) Medien im Unterricht, so alt sind auch meine Internetseite mit zusätzlichem Material zum Unterricht und mein Lehrer-Blog.

Seither habe ich einiges an mit meinen Schülerinnen und Schülern ausprobiert, davon vieles wieder verworfen, anderes, wie z.B. das Schreiben in Blogs oder die Arbeit mit Tools wie Mentimeter, für mich etabliert.

Als Lehrer zähle ich wohl zu den “digital affinen”, aber es ist mehr als das.

Es geht mir nicht um das neueste coole Tool, sondern darum, mir digitale Elemente in meinem Unterricht so zu nutze zu machen, dass ich den mit der Kompetenzorientierung aufgekommenen Begriff des “Lernbegleiters” irgendwann erfüllen kann.
Meine Schülerinnen und Schüler sollen selbstständig werden, frei denken und sich damit von mir als Lehrkraft lösen können.

Ich arbeite natürlich auch mit Arbeitsblättern und anderen Lehrmaterialien, aber mehr und mehr stört mich daran, dass die Schülerinnen und Schüler über den Horizont dieser vorgedachten und didaktisierten Lerninhalte kaum hinauskommen können.
Ein Gedanke, den ich beim Erstellen eines Arbeitsblattes nicht hatte, eine Idee, die ich nicht vorhergesehen habe, können sich beim Bearbeiten und Ausfüllen nur schwer einstellen.

Axel Krommer von der Universität Erlangen hat das dahinter verborgene Problem kürzlich pointiert benannt:

Und genau darum sind Handys in meinem Unterricht nicht nur nicht verboten, sondern sogar ausdrücklich erwünscht!

Eines meiner Ziele in der Arbeit mit meinen Schülerinnen und Schülern ist es, dass ein unbekanntes Wort, eine im Unterricht entstandene Frage, ein plötzlich empfundener Widerspruch nachgeschlagen werden. Und wie sollte das besser und schneller gehen als mit dem kleinen “Kulturzugangsgerät” (Lisa Rosa), das in fast jeder Hosen- oder Handtasche steckt?

2 Kommentare

  • Lisa Rosa

    Du bist ein männlicher Lehrer. Woher ich das weiß? Kein weiblicher Lehrer aka Lehrerin, würde über Handys in der Hosentasche sprechen. Weil Frauen und Mädchen ihr Handy nämlich meistens nicht in der Hosentasche unterbringen können. Sie stecken es in die Handtasche oder in die Tasche, den Rucksack, die sie in die Schule oder zur Arbeit mitbringen. Oder tragen es um den Hals. Der Spruch von den Handys, die in jeder Hosentasche sind, ist also ein Cliché aus männlicher Perspektive, das sagen soll: Jeder hat es, und jeder hat es immer dabei. Übrigens ursprünglich von Beat Döbeli, der es schon 2007 erfand. Da lautete es in weiser Zukunftsvoraussicht: 2010 wird jeder Schüler ein Handy im Hosensack haben.

    • Arne Paulsen

      Erwischt. Tatsächlich männlich, aber zum völligen Unverständnis meines Sohnes trage ich das Handy in der hinteren Hosentasche.

      Aber danke für den Hinweis, lässt sich im Beitrag ja leicht ändern.

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