Unsortiertes

Gedankengeröll II

Noch immer nicht die Ruhe für längeres Bloggen, also wieder Auslagerung von Gedanken-Bruch hier.

  • Genervt: die Nase voll vom Distanzunterricht. Lese immer nur von Beispielen, wo alles so super klappt, dass andere Lehrer dringend davon lernen müssten, oder von den Negativ-Beispielen “fauler Säcke”. Meine Realität an einer Schule im ländlichen Raum sind zwei 5. Klassen, in denen keineswegs alle immer zuverlässiges Internet für Videokonferenzen, PC oder Tablet daheim haben.
    Das hat dann mit den Bemühungen aller Seiten nicht mehr viel zu tun…
  • Unerwartet: Team-Teaching mit Eltern. Mit dem Effekt, dass ich plötzlich Eltern eine didaktische Analyse zu einzelnen Aufgaben liefere und versteckte Lernziele erkläre. Sie müssten gar nicht. Aber ich verstehe sie.
  • Erwartet: Verdammt, ich vermisse meine Schüler. Den Gang durch einen Klassenraum voller arbeitender oder auch mal nur schwatzender Fünftklässler mit all den manchmal nur winzigen Momenten der Kommunikation und Interaktion kann keine Videokonferenz je ersetzen.
  • Positiv: Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Klassen und ich in den kommenden Jahren von den digitalen Kompetenzen, die jetzt erworben werden, enorm profitieren. Die Fünftklässler schreiben z.B. ihre Aufsätze schon im Blog, was ich früher erst mit Neuntklässlern in mühsamen Computerraum-Stunden erarbeitet habe.
  • Interessant: Irgendwie sind in der öffentlichen Diskussion auf einmal wir Lehrer für die Einhaltung der Schulpflicht verantwortlich geworden. Wenn ein Kind zuhause nicht mitarbeitet, scheint es der Presse zufolge hauptsächlich daran zu liegen, dass wir Lehrer nicht oft genug anrufen und uns kümmern.
  • Ungeduldig: Der Stufenplan-Überbietungs-Wettbewerb der Länderchefs und Kultusministerien und das unglaubhaft gewordene Gerede von einem möglichst einheitlichem Vorgehen im Vorfeld der MPK am 10. Februar amüsiert mich nur noch. Mein Bundesland hat einen glasklaren und unheimlich transparenten Plan bis zu den Sommerferien, nur noch abhängig von bundesweiten Beschlüssen, Inzidenzwerten, schulspezifischen Infektionsschutzmaßnahmen und regionalen Gegebenheiten. Ich plane lieber doch nur für die nächste Woche.
  • Zukunft: Heute ist in meinem Landkreis witterungsbedingter Schulausfall. Aber nur für den Präsenzunterricht.
    Ich prophezeie: Die Digitalisierungswelle im Zuge von Corona ist das Ende von Eis- und Hitzefrei.
  • Lagerkoller: Ich glaube, ich werde auch dünnhäutiger. Zumindest bin ich schneller genervt als sonst. (Gruß an den Profi-Fußball.)
  • Luxusprobleme: Darf ich mein zu erwartendes Dienstgerät auch meinem Frisur oder Lieblings-Gastronom spenden?

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