Allgemein

Ferienbeginn 2016

Und nun ist das Schuljahr plötzlich vorbei…

So richtig bewusst wird mir dieser Umstand immer erst, wenn am ersten Ferientag das Schulgebäude so angenehm ungewohnt ruhig ist, sich irgendwann die Sekretärinnen in den Urlaub verabschieden und ganz am Ende nur noch die in unserem Gebäude seit Anbeginn der Zeiten und wohl bis in alle Ewigkeit tätigen Handwerker zu hören sind.

Ausatmen. Einatmen.

Zeit für einen Rückblick.

Meine kleine Kanban-Wand zeigt mir leider allzu deutlich, dass viele Aufgaben noch unerledigt sind, was ich aber schon wusste, weil sich hinter jeder Aufgabe mindestens ein Kollege verbirgt, der genau diese Aufgabe als höchst dringend empfindet und sich – und mich – öfter fragt, warum sie denn noch nicht erledigt ist.

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Was der Kollege leider nicht weiß oder wissen will, ist, dass die Erledigung seiner wichtigsten Aufgabe mit den Wünschen und Vorstellungen mindestens dreier anderer Kollegen kollidiert oder bestimmter Gremienabstimmungen bedarf, die auch nicht von heut’ auf morgen zu erledigen sind.
Und manchmal sieht der eine oder andere auch nicht über den Rand seines eigenen Lehrertisches hinaus. Viele Dinge, die “man mal machen müsste” sind meist komplexer, als dem jeweils anmahnenden Kollegen klar ist.

Daran habe ich mich in zwei Jahren langsam gewöhnt.
Nicht gewöhnen kann ich mich aber daran, wenn Kollegen den einen Tag Veränderungen anmahnen, für die sie am nächsten Tag (genauer: Nachmittag) dann keine Zeit und Energie aufwenden möchten. “Man müsste mal” heißt zu oft “ihr müsstet mal”.

Ausatmen. Einatmen.

Der Rückblick klingt nach einer Mischung aus Nörgelei und Rechtfertigung.
Nicht gut.
Nicht zutreffend.

Überschaue ich das ganze vergangene Schuljahr, dann hängen zwar noch viele Aufgaben an der Wand, die größten aber nicht mehr.
Nicht nur, dass sich die Stimmung im Kollegium nach meinem Gefühl gewandelt hat und die letzten Monate von einem konstruktiven Miteinander und einer positiven Aufbruchstimmung geprägt waren, wir haben auch tatsächlich viel geschafft.

Die Zusammenarbeit der jeweiligen Teams wird immer besser, auch im zweiten Jahr gibt es nach mühsamer Raumplanung wieder Jahrgangstrakte, und für den 9. und Jahrgang der Oberschule haben wir an unserer Schule eine Lösung gefunden, die mir inzwischen so gelungen erscheint, dass ich manchmal nachts wach werde und den einen großen Fehler suche, den wir übersehen haben, und der alles zum Einsturz bringt.

Einatmen. Ausatmen.

Jetzt blicke ich noch einmal auf meine Wand, und plötzlich scheinen all die übrigen Aufgaben doch gar nicht mehr so schwer lösbar.

Und jetzt gehe ich in die Ferien.

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