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Aus. Zeit.

Die letzte Wochen waren anstrengend.
Merkwürdig anstrengend, ohne dass ich – anders als zum Beispiel in der Zeugniszeit vor den Sommerferien – sagen könnte, was genau denn so kräftezehrend ist.

Mich erschreckt das. Denn zu diesem Zeitpunkt des Jahres dürfte ich eigentlich noch nicht so geschafft sein; die Sommerferien liegen gerade sieben Wochen zurück, der größte Teil des Schuljahres liegt noch vor mir.

Ein paar Gründe erahne ich natürlich.

Etwa: die unablässig schwelende Diskussion um die Schulentwicklung in meinem Landkreis und die damit verbundene Standort-Diskussion. Auch in diesem Herbst wird es nach inzwischen zwei Jahren noch immer keine politische Entscheidung darüber geben, ob – und wenn ja, wo – eine IGS gegründet wird.

Etwa: aus Gründen neu aufkommende Fragen über die eigene berufliche Zukunft. Wie lange will und kann ich bleiben, wo ich bin?

Etwa: die Leitung einer fünften Klasse und der Abgleich von Erwartungen und tatsächlichen Erfahrungen mit einem neuen Jahrgangsteam.

Etwa: Aufgaben auf dem Schreibtisch, die immer mehr mit Erfüllung und Verwaltung diverser kultusministerieller Corona-Vorgaben und kaum noch mit Schul- und Unterrichtsentwicklung zu tun haben.

Aber all das sind äußere Faktoren, die ich nicht verändern kann. Und ich bin sicher, wenn es nicht diese Herausforderungen wären, dann gäbe es eben andere – Ruhe wird vermutlich nie einkehren (und birgt ja auch die Gefahr des unbemerkten Stillstands).

Ich nehme aber wahr, dass Lehrergesundheit bei denen, mit denen ich darüber spreche, oder denen ich im Netz folge, immer häufiger zum Thema wird.
Nicht nur bei Lehrerinnen und Lehrern allgemein, …

… sondern auch immer häufiger bei Schulleiterinnen und Schulleitern.
Die jüngsten Beispiele aus dem Schulleitungs-Tagebuch von tommdidomm oder aus dem Halbtagsblog geben mir zu denken, denn ich fühle gerade ähnlich.

Noch immer gilt: Ich habe den für mich schönsten Beruf der Welt, und es vergeht nicht ein Arbeitstag, an dem ich nicht mindestens ein freudiges Erlebnis mit nach Hause nehme. Und über die Privilegien meines Berufes habe ich an anderer Stelle schon geschrieben.

Aber ich merke auch, dass sich der Ton meiner Erzählungen – auch in diesem Blog – verändert.

Wenn also die äußeren Umstände nicht zu beeinflussen sind, wird es der innere Umgang damit sein müssen, um nicht am Ende entweder doch krank oder ein miesepetriger Knötterkopp zu werden.

Mein Ziel für diesen Herbst: Ich werde mich im Nichtstun üben.
Rechner aus, Handy aus, keine Ablenkungen. Rausgehen und einfach nur an diesem Ort in diesem Moment sein. Nicht bei dem Ärger von gestern, nicht bei den Problemen von morgen.
Nur bei mir.

Und dann sehen wir weiter.

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